Interview: Starthilfe für Start-ups

Start-ups? Wir haben da so unsere Vorstellungen! Also, Frau Collatz …

Interview

„Science4Life Energy Cup“: Starthilfe für Start-ups

Janika Collatz unterstützt Start-ups, die sich im Bereich Energie engagieren. Start-ups? Wir haben da so unsere Vorstellung, wie der Arbeitsalltag in solchen Firmen aussieht. Also, Frau Collatz …


... Start-ups haben Kickertische im Büro stehen, trinken Matetee und machen irgendetwas mit dem Internet. Richtig?

Nicht ganz. Die meisten Start-ups, mit denen ich zusammen arbeite, haben keine eigenen Büroräume. Deshalb können sie sich auch nirgendwo einen Kicker aufstellen. Was sie trinken, weiß ich leider nicht. Und die Dinge, die sie herstellen, sind dann doch sehr haptisch – also keine Internetprojekte.

Woran arbeiten diese Unternehmen denn beispielsweise?

Zum Beispiel an neuen Kühltechnologien, an Gewächshäusern, in die mehr Licht scheint und die besser isoliert sind, an Wandfarbe, die die Feuchtigkeit aus den Zimmern herauszieht und an effizienteren Materialtechnologien. 

Also eher Start-ups, die die Welt retten. Kann man das so sagen?

Ja, ich denke schon. Die Technologien sind effizienter – ob nun im Energie- oder im Ressourcenverbrauch. Oder sie konzipieren Dinge, mit denen weniger Material zerstört wird, also dass Elektrogeräte zum Beispiel länger halten.Manche der Start-ups versuchen auch, Elektrogeräte zu entwickeln, die als Speicher für Strom fungieren, wenn das Stromnetz über- oder unterlastet sein sollte.

Der Sinn von dem Wettbewerb „Science4Life Energy Cup“ ist dann also, solche Ideen zu finden und zu fördern?

Das Ziel ist es, Ideen hervorzuholen, die die Welt nachhaltiger gestalten wollen.

Und wie funktioniert dieser Wettbewerb?

Es gibt drei Phasen (https://www.science4life.de/energycup/): Die Konzeptphase geht bis Mitte Januar, und in der letzten Phase stellen die Teilnehmenden einen vollständigen, professionellen Businessplan auf. Die Ideenphase endete am Freitag, 18. Oktober. 

Man kann eigentlich immer einsteigen in den Wettbewerb – und solange die Teilnehmenden noch keine Firma gegründet haben, können sie so oft wie sie wollen daran teilnehmen. Außer, sie haben gewonnen. Dann dürfen sie in dieser Phase nicht mehr mitmachen.

Wer kann überhaupt daran teilnehmen? 

Der Wettbewerb ist bundesweit ausgeschrieben. Es gibt auch immer wieder Teams aus der Schweiz oder Österreich, die mitmachen. Der Fokus liegt auf dem deutschsprachigen Raum. Die Teilnehmenden müssen aber nicht unbedingt alles in deutscher Sprache einreichen. 

Und Sie suchen noch Teilnehmer?

Wir suchen immer Teilnehmer, und man kann sich auch noch bewerben unter https://www.science4life.de/. Die hessischen Teams unterstützen wir, also die LandesEnergieAgentur, zusätzlich. Jeder, der möchte, kann sich gerne bei uns melden und mit uns die nächsten Schritte besprechen.

Aus welchen Themenbereichen sollten die Ideen kommen? Was sind die Voraussetzungen?

Im Prinzip kann jeder teilnehmen. Wir legen einen Fokus darauf, dass Technologie eine Rolle spielt und die Projekte Umweltthemen behandeln. Im Handelsregister darf man maximal ein Jahr aufgeführt sein, um daran teilnehmen zu dürfen.Interessierte können eine dreiseitige Ideenskizze bei „Science4Life“ einreichen. Darin geht es um die Fragen: Was ist das für ein Projekt? Wie ist das Team aufgestellt? Wie ordnet sich die eigene Idee im bestehenden Markt ein? 

Was erhalten die Gewinner des „Energy Cups“?

Die Gewinner der Ideenphase erhalten 500 Euro, die Gewinner der Konzeptphase bekommen jeweils 1.000 Euro. Bei der dritten Stufe sind es 10.000 Euro, wenn man gewinnt. Die zweitplatzierte Idee erhält 5.000 Euro, der dritte Platz ist mit 2.500 Euro dotiert.Die besten Teams nehmen außerdem an einem Workshop teil vor der Award-Zeremonie, der auf die individuellen Problemstellungen eingeht und wie man diese lösen kann.
 
„Science4Life“ ein sehr großes Netzwerk aus über 250 Unternehmen, die sich dort einbringen, sowie über 300 Experten. Es gibt einige Teams, die sich auf diesem Weg ihre Finanzierung eingeholt haben.

Welches Projekt hat vergangenes Jahr gewonnen?

Vergangenes Jahr hat „KOENA tec“ gewonnen. Das Projekt hat eine Hardware entwickelt, zum Beispiel für Kaffeemaschinen oder andere standardisierte Elektrogeräte, die dafür geeignet ist, das Stromnetz zu entlasten – also neuartige Energiezwischenspeicherlösungen. KOENA Tech hat dazu bereits ein Pilotprojekt gestartet.
 Das Gespräch führte Till Frommann. 
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