Die Brennstoffzellenheizung im Alltag

Was Sie sonst noch wissen müssen

Anlagenbetrieb

Brennstoffzellenheizungen erzeugen neben Wärme auch dauerhaft Strom nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK). Diese Eigenschaft bestimmt maßgeblich auch den Aspekt der Wirtschaftlichkeit, da somit der Bezug von (teurem) externen Strom stark verringert werden kann. Brennstoffzellen ermöglichen es, den Grundbedarf eines Haushalts an Strom und Wärme zu decken. Lediglich in Spitzenlastzeiten wird Wärme etwa über ein zusätzliches Brennwertmodul bereitgestellt bzw. Strom aus dem öffentlichen Netz bezogen. Im umgekehrten Fall wird aber auch Strom ins öffentliche Netz eingespeist, wenn die Erzeugung über dem tatsächlichen momentanen Bedarf des Haushalts liegt. Aufgrund dieser Einspeisefunktion sowie zusätzlich durch ihre Eigenschaft als Technologie mit hoher Energieeffizienz gelten für Brennstoffzellen-Heizgeräte einige spezifische Anforderungen für den Anlagenbetrieb. Neben gesetzlichen Meldepflichten resultieren hieraus für Sie aber auch finanzielle Vorteile.

Finanzielle Vorteile beim Betrieb einer Brennstoffzelle
Der Gesetzgeber fördert die kombinierte Erzeugung von Strom und Wärme, maßgebend ist dabei das Kraft-Wärme-Kopplungs-Gesetz (KWKG). Danach erhalten die Betreiber von Brennstoffzellen eine Vergütung für selbst produzierten Strom, wobei aus zwei Varianten gewählt werden kann:

a) Auszahlung eines pauschalen KWK-Zuschusses von 4 ct/kWh unter der Annahme von 60 000 Betriebsstunden. Bei einer Brennstoffzelle mit 1 kW elektrischer Leistung entspricht dies einmalig 2.400 Euro.
b) Installation eines zusätzlichen Nettostromzähler zur Abrechnung der tatsächlich erzeugten Strommenge mit dem örtlichen Stromnetzbetreiber, was i.d.R. jährlich erfolgt. Die Vergütung beträgt dabei 4 ct/kWh für selbst verbrauchten Strom und 8 ct/kWh für Strom, der ins öffentliche Netz eingespeist wird. Bei dieser Variante sollten Sie vorab mit Ihrem zuständigen Stromnetzbetreiber klären, welche Anforderungen an die Abrechnung bestehen („Messstellenbetrieb“).

Beide Varianten haben Vor- und Nachteile. So ist die erste Variante einfacher in Bezug auf den administrativen Aufwand, während die zweite höhere Erlöse bieten kann. Als Anlagenbetreiber sollten Sie individuell prüfen, welche Variante am besten geeignet ist.
Ein zusätzlicher wirtschaftlicher Anreiz ergibt sich für Brennstoffzellen-Heizgeräte aus der Möglichkeit einer Rückerstattung der jährlichen Energiesteuer gemäß Energiesteuergesetz (gilt generell für KWK-Anlagen).

Hinweise zum Anlagenbetrieb im Überblick
Nachfolgend finden Sie alle mit dem Anlagenbetrieb verbundenen Schritte, um sowohl den gesetzlichen Anforderungen und Meldepflichten Rechnung zu tragen als auch die bestehenden finanziellen Vorteile zu nutzen. Bitte beachten Sie unbedingt auch die entsprechenden Services der Hersteller, welche entsprechende technische Angaben zu den jeweiligen Anlagen bereit stellen.

Vor Inbetriebnahme
– Anmeldung beim Stromnetzbetreiber: Als Betreiber einer Brennstoffzelle sind Sie verpflichtet, diese vor der Inbetriebnahme bei Ihrem örtlichen Stromnetzbetreiber anzumelden. Entsprechende Formulare stellen Ihnen die Hersteller zur Verfügung, teilweise bereits vorausgefüllt.

Nach Inbetriebnahme
– Inbetriebsetzungsprotokoll: Dieses wird nach der Installation der Brennstoffzelle vom Errichter der Anlage (also z. B. einem Elektrofachbetrieb) ausgefüllt, wobei Sie ebenfalls unterzeichnen müssen. Anschließend leiten Sie es an Ihren Stromnetzbetreiber weiter.
– BAFA-Anzeige: Mit der Anmeldung der Brennstoffzelle beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) wird zugleich der KWK-Zuschuss für selbst erzeugten Strom – ob als pauschaler Zuschuss oder jährlich abgerechnet (wie oben beschrieben) – beantragt. Brennstoffzellen-Heizgeräte können dabei vereinfacht über ein elektronisches Meldungsverfahren  registriert werden. Die Anmeldung muss spätestens 4 Wochen nach Inbetriebnahme eingereicht werden.
Ausfüllhinweis: Beantworten Sie die Frage nach einer Eingangsbestätigung mit „Ja“, da Sie die Bestätigung Ihrem zuständigen Stromnetzbetreiber weiterleiten müssen.
– Registrierung im Marktstammdatenregister: Für energiewirtschaftliche Anlagenbetreiber besteht seit 2017 eine gesetzliche Meldepflicht, wonach KWK-Anlagen im neuen Marktstammdatenregister (MaStR) registriert werden müssen. Mit dem MaStR sollen Meldepflichten vereinfacht werden.
Ohne eine Registrierung dürfen keine Zahlungen nach KWKG, sprich: der KWK-Zuschuss, ausgezahlt werden.

Jährlich einzureichende Anträge
– Energiesteuerrückerstattung: Für KWK-Anlagen kann die Energiesteuer jährlich zurückerstattet werden. Der Antrag ist bis zum 31.12. des Folgejahres beim zuständigen Hauptzollamt zu stellen. Die Vergütungssumme für Erdgas als Brennstoff beträgt 0,55 ct/kWh.

Das ausgefüllte Formular „Energiesteueranmeldung Erdgas“ ist beim zuständigen Hauptzollamt einzureichen.

Hinweis: Unter Umständen bestehen steuerliche Vorteile, wenn eine Gewerbeanmeldung vorliegt. Kontaktieren Sie hierzu Ihren Steuerberater.

– Strommeldung an den Stromnetzbetreiber (optional): Anlagenbetreiber, die ihren erzeugten KWK-Strom nicht nach dem Pauschalmodell, sondern jährlich vergüten lassen möchten, müssen bis zum 31.03. des Folgejahres die produzierte Strommenge bei ihrem Stromnetzbetreiber angeben. Die Strommenge wird über den Stromzähler abgelesen. Ihr örtlicher Stromnetzbetreiber stellt Ihnen dazu ein Formular zur Verfügung.
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