2. Stakeholder-Treffen am 29. März 2019

Rückblick

Zusammenfassung

Am 29. März kamen im Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen (HMWEVW) knapp 35 Stakeholder des EU-Projektes FIRESPOL (Financial Instruments for Renewable Energy Investment) zu ihrem 2. Treffen zusammen.

Der Arbeitskreis setzte sich aus über 25 Organisationen aus Finanzwirtschaft, Wissenschaft, Versorgern, Projektentwicklern und -umsetzern, Energiegenossenschaften, dem HMWEVW sowie Landtagsabgeordneten zusammen. Die Diskussionen setzten auf den Erkenntnissen aus dem 1. Stakeholder-Meeting im November 2018 auf. Hier wurde übereinstimmend festgestellt, dass die Umsetzung von Projekten zu erneuerbaren Energien häufig an der nachlassenden Akzeptanz vor Ort und den Rahmenbedingungen scheitern.

Deshalb lag der Fokus dieses Treffens auf Finanzierungsmechanismen, die die genannten Hemmnisse bereits ein Stück weit in den Blick nehmen. Das heißt, es wurden Beispiele gesucht, die durch regionale und finanzielle Beteiligung vor Ort, eine gewisse lokale Wertschöpfung oder die Darstellung von lokalen Projekten gegebenenfalls zur Akzeptanzsteigerung beitragen können. Darüber hinaus stand die Wirtschaftlichkeit von erneuerbaren Energien im Fokus. Eine attraktivere Ausgestaltung solcher Projekte kann gleichzeitig Spielräume für Initiativen zur Beteiligung und Akzeptanzförderung vor Ort öffnen.

Christian Marcks von der GLS Gemeinschaftsbank eröffnete die Runde mit einer grundsätzlicheren Einführung in die Finanzierungswelt von erneuerbaren Energien, ging gleichermaßen auf unterschiedliche Finanzierungsmöglichkeiten, auf Trends und vorhandene Herausforderungen bei der Finanzierung ein.

Es folgte die Vorstellung von vier „Good Practices“ aus Hessen und Deutschland, welche bereits gezielt auf genannten Herausforderungen eingingen. Sebastian Finck von der Sparkasse Marburg-Biedenkopf stellt ein vergangenes Projekt vor, bei dem die Finanzierung unter anderem über einen lokalen Sparbrief ermöglicht wurde. Alexander Koffka von ABO Wind berichtete von den finanziellen Beteiligungsmöglichkeiten über die Bürgerwindaktie sowie das Investitionsportfolio von ABI Invest. Anschließend wurde das Crowdinvesting anhand eines Beispiels von Dirk Völker, Geschäftsführer der Crowdfunding- / Crowdinvesting-Plattform GreenVesting, beleuchtet. Als letzten Beitrag stellt Martin Kutschka, febis Service GmbH, anhand eines anschaulichen Beispiels dar, wie die Wirtschaftlichkeit von Projekten über den richtigen Einsatz von Fördermitteln erreicht bzw. erhöht werden kann.

In der Abschlussdiskussion wurde noch mal deutlich herausgestellt, dass diese Finanzierungsmechanismen nur ein Baustein sein können, um die Finanzierung und vor allem die Implementierung von erneuerbaren Energien zu unterstützen. Die allgemeinen Rahmenbedingungen müssen genauso in den Blick genommen werden, wie die intensive Aufklärungsarbeit zur Akzeptanzförderung vor Ort. Die Ergebnisse des 2. Stakeholder-Treffens fließen in den Erfahrungsaustausch mit den fünf weiteren europäischen Partnern des Projektes Anfang Mai ein.

Im Projekt Firespol kommen sechs europäische Partnerorganisationen aus Spanien, Polen, Kroatien, Irland, Lettland und Deutschland zusammen, um sich über die jeweiligen Erfahrungen zur Finanzierung von erneuerbaren Energien in den Regionen auszutauschen und dadurch Übertragungspotenziale auf die eigene Region abzuleiten. Ziel ist es, am Ende der Projektlaufzeit (Mai 2022) Anpassungen in der Förderstruktur oder den Finanzierungsrahmenbedingungen in Hessen vorzuschlagen.
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